"DIE IRRELEVANZ DES WESTLICHEN PRODUKTES IM GLOBALEN KONTEXT"

"DIE IRRELEVANZ DES WESTLICHEN PRODUKTES IM GLOBALEN KONTEXT"

Wohin mit der enormen Belastung, die westliche Produkte generieren? Hört sich an wie "bla bla" und wie "wissen wir doch schon"?

posted by Llork

 

Unserer Ansicht nach wird das Leben nach westlicher „Kultur“ mit westlichen Produkten für die Brasilianer, Russen, Inder und eben auch für die Chinesen fundamental negative Auswirkungen generieren. Bei dieser These geht es nicht nur platt um die Menge an Rohstoffen, die verwendet wird, damit die BRICS auf westlichem Niveau konsumieren können.

Im Wesentlichen geht es hierbei um die westliche Produktphilosophie, auf deren Grundlage bis dato Produkte entstehen, die nur deshalb relevant waren, weil:

1.  ... bisweilen nur eine privilegierte Zahl an Menschen Zugriff darauf hatte und weil...

2. ... die Risiken dieser Produkte in andere Bereiche der Erde outgesourcet worden sind.

Sowohl der Aspekt der Menge als auch der Aspekt der Verklappung von Risiken lassen sich zwar in einer globalen Welt noch besser organisieren als früher, doch stellt sich die Frage, wohin verklappen, wenn die Länder, in die der Westen einst verklappte, mit wachsendem Wohlstand, Bildung und Bewusstsein nun selbst gezwungen sind – will man den sozialen Frieden wahren – der brutalen Umweltverschmutzung und der Ausbeutung jeglicher Ressourcen Einhalt zu gebieten.

Wohin also mit der enormen Belastung, die westliche Produkte generieren? Nach Afrika? Wohl kaum, oder zumindest nicht mehr sehr lange. Denn wenn bald mehrere Milliarden Menschen mit Produkten nach westlichem Plot umgehen, wird selbst die größte Müllkippe in kürzester Zeit kollabieren. 

Nebeneffekt: Dann werden nicht nur noch größere Umweltschäden entstehen, die das Klima belasten. Es werden weltweit noch mehr Menschen vor den zunehmenden klimatischen und menschlichen Katastrophen flüchten - und zwar zu denen, bei denen es so schön sauber ist. In diesem Fall können wir nur hoffen, dass sie kommen, um nur hier zu verweilen und nicht - auch das wäre logisch - um denen eins auf die Zwölf zu hauen, die ihre Heimat zerstörten.

Da wir alle im gleichen Boot sitzen, kann uns allen eigentlich nur Eines helfen – das westliche Produkt muss umgedacht werden. Es muss nachhaltig werden, und das auch zu unserem eigenen Wohl – aber nicht etwa nur der Umwelt zu liebe. Denn die westliche Wirtschaft braucht dringend Impulse für neues Wachstum.

Die fetten Jahre des Deckens des Bedarfs der ehemaligen RGW-Staaten sind vorbei. Damit rettete sich unsere Wirtschaft vor dem seinerzeit schon drohenden Bedeutungsverlust. Auch die BRICS sind nicht mehr die Rettung dieses Wirtschaftssystems. Jedenfalls nicht für den Westen. Denn die BRICS sind nun – bis auf wenige Ausnahmen – selbst in der Lage, ihren Bedarf mit dem "ordinären Produkt" zu decken.

Die Wirtschaft ist es der Binnennachfrage schuldig, innovative Produkte zu generieren. Produkte, die nicht mehr nur in allen Facetten das gleiche Muster zelebrieren. Kurzum: Der wohl gesättigte G7-Staaten-Bürger hat von allem, was er braucht, das Dreifache. Aus welchem Grund sollte er es vervierfachen?

Die Lösung für viele dieser Probleme ist Innovation – eine konsequente Investition in regenerative Energien und Produkte. Produkte, die nachhaltig gedacht sind, die nachhaltig produziert sind und die nachhaltig vertrieben werden. Selbstverständlich wird das nicht auf der Basis herkömmlicher Wertschöpfungsketten und Marketing-Strategien umzusetzen sein. Das ist aus unserer Sicht ein positiver Effekt, denn er führt zu völlig neuen Kräfteverhältnissen in etablierten Branchen – siehe VW versus TESLA. Man muss kein Orakel sein, um zu prophezeien, wer das Spiel gewinnen wird. Die VW-Abgas-Affäre hat gezeigt, dass die klassischen Technologen am Ende sind – oder sich nur noch rechnen, wenn man bandenmäßig betrügt.

Hört sich an wie "Bla Bla" und wie "wissen wir doch schon". Nun ja, liebe Leser, ganz so einfach ist das nicht. Denn hätte man diese ganzen Zusammenhänge wirklich durchdrungen, nicht nur verstanden, dann hätten wir die Probleme nicht, über die alle Welt debattiert. Insofern stellt sich die Frage (nur an diejenigen, die so urteilen): Tatsächlich nicht verstanden oder nur zu bequem?